Wandelbare Weiblichkeit

Balance finden welch eine schöne Vorstellung! Doch es ist oft ein weiteres Konzept im Zustand der Kontrolle zu sein anstatt alle Emotionen zuzulassen, die in uns sind und uns als Frau ausmachen.

 

Manchmal sind wir wild, aufgebracht und zerstörerisch und gleichermaßen können wir ganz weich und sanft sein. Hin und wieder sind wir wie ein Wirbelsturm und oft wie eine zarte Welle. Wir haben ein wütendes, ein trauriges und ein humorvolles Gesicht. Unser  Körper kann ein energiegeladener Vulkan und dann wieder geflutete von Liebe und Hingabe sein. Wir haben Schatten und gleichermaßen ganz viel Licht. Wir sind Mensch als Frau. In aller Hässlichkeit und in aller Schönheit.

 

Es ist wirklich Zeit sich zu lösen, von einer möglichst netten, verträglichen und angepassten Weiblichkeit. Wir Frauen tragen Urgewalten in uns, gebären und erneuern, diskutieren und hinterfragen, fordern und geben. Sei dir deiner Polaritäten bewusst, das ist es was uns Frauen ausmacht. 


Was wir nicht mehr sind oder sein müssen: Ein Schmuckstück an der Seite des Mannes oder einer anderen Frau. Eine stille Seele, die hinter verschlossenen Türen weint, um nicht den „Frieden“ zu stören. Wir zeigen unseren Schmerz und unsere Verletzlichkeit. Wir können frei sein und wir müssen keine Haltung und Stärke bewahren, um zu gefallen oder einfach zu „funktionieren“. Wir dürfen unsere sexuellen Bedürfnisse leben und müssen uns nicht fügen. Wir dürfen uns entscheiden uns hinzugeben und wir dürfen uns auch dafür entscheiden zu führen. Und all das ist gut so. 


Wenn du in all dem nicht geliebt wirst und dir vermittelt wird, dass du "zu viel" oder "nicht genug" in deinem Wesen, deinem Sein und deinem Körper bist, dann ist es Zeit mit erhobenem Kopf und mit ganz viel Selbstbewusstsein dich den Menschen zuzuwenden, die in Liebe mit dir wachsen wollen. Wenn gegen deine Weiblichkeit oder die Vergänglichkeit deiner Mädchenhaftigkeit gekämpft wird, dann ziehe deine Konsequenzen. Liebe dich dafür wer du bist. Es ist Zeit für Menschen, die mit dir jede Herausforderung im Leben angehen; die mit dir streiten, die sich mit dir versöhnen, die dich halten und ehren in all deinem Sein als Frau.


Warum ich all das schreibe? Nicht weil ich ein große Feministin bin, aber weil nach wie vor die Geschichte der „gebändigten“ Frau in unserer Gesellschaft wirkt. Ich sehe es in meinen Beratungen, in meinem Umfeld und auch in mir. Es geht nicht um eine Täter und Opfer Betrachtung, nichts liegt mir ferner, und dennoch ist es wichtig, sich bewusst zu sein, dass der Wandel, der vor vielen Jahren begonnen hat, nach wie vor noch in vollem Gange ist.


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